+

Erweiterung Strandbad Chamer Fussweg

Zug
Projektwettbewetrb im offenen Verfahren 2021, 1. Preis
In Zusammenarbeit mit Antón Landschaft

 

Architektur und Städtebau

Überraschend mediterranes Flair bringt die Erweiterung des Strandbads Zug am Chamer Fussweg.
Mit einer klaren Geste verbindet der buchtenartige Neubau die bestehende Badi auch visuell stärker in die Stadt ein. Die schlanken Bauten der neunen Garderoben und Restaurants wurden wie eine grosse Umarmung um die Oeschwiese gelegt. Dank der Bogenform der Gebäude entsteht zur Strasse hin ein baumbestückter Platz, der als Treffpunkt für Badibesucher, Spaziergänger aber auch zur Anlieferung und für das Abstellen der Velos genutzt wird. An einem heute engen, für Fussgänger unwirtlicher Ort entsteht damit eine Art Gelenk zwischen der Verbindung zum See, dem Seeweg, dem Chamer Fussweg und auch dem Eingang in das Strandbad. 

Neu- und Altbau bilden eine Einheit nach Aussen zur Stadt hin und nach innen zu den Strandbadaussenräumen. Die neuen Bauten besetzten, dem Bestand folgend, den Rand der Parzelle und schaffen eine mehrfach nutzbare Zone im und unmittelbar um den Bau. Nach aussen zur Strasse hin sind die Fassaden der Badi, das freundliche Gesicht, dass die Gäste empfängt. Nach innen versorgen sie die Badegäste mit allem was sie brauchen. 

 

Ufergestaltung

Die Geometrie des Ufers wird mit der Vergrößerung der Badi aufgeweicht. Einer Wellenbewegung des Wassers gleich wird die Form des Uferverlaufs neu interpretiert.

Genau wie an den Mittelmeerküsten, wo sich felsige Strände mit langen Sandstränden und einer langen Promenade abwechseln, bietet die Badi zwischen den beiden Stegen, dem neuen und dem bestehenden, eine Neuinterpretation dieser beiden Situationen:

Eine große Welle mit einem großzügigen Sandstrand ergänzt die bestehende Welle aus großen Steinen und hohem ökologischem Wert. Beide Wellen strecken sich zwischen zwei Piers. Die felsige Welle weitet sich aus und definiert den Nichtschwimmerbereich, in der Art der natürlichen Becken der Meeresküsten, die den Raum mit Steinen definieren, die das Wasser in ihren Zwischenräumen durchlassen.

Der großzügige Sandstrand, der sich zum See hin öffnet und eine fantastische Aussicht bietet, ist über zwei flache Stufen zu erreichen. Der angrenzende Weg ist aus Beton, eine tiefer liegende Holzfläche bietet die Möglichkeit, auf den Kanten zu sitzen oder zu liegen. Dieser kleine Höhenunterschied wird an einer Stelle durch eine Zugangsrampe überbrückt und bietet so einen schwellenlosen Zugang zum Wasser, und ermöglicht Boote und Spielgeräte ins Wasser zu lassen.

 

Nutzung Aussenräume

Die Kinderspielplätze, die Spielwiese für Ballspiele und die Erfrischungsbereiche befinden sich in der Nähe der Gebäude, während näher am Wasser liegen, ruhigere Bereiche mit endloser Liegewiese sind. Das Kinderbecken mit Wasserspielen, die von großen Sonnenschirmen und Bäumen beschattet werden, befinden sich auf einer Rasenspielfläche in einiger Entfernung vom See, in der Nähe des Umkleidebereichs. Neben dem Kleinkinder-Schwimmbad ist der neue Spielbereich in die Vegetation integriert: balancieren, verstecken und ein Sandbecken in angemessenem Abstand zum Wasserbecken ergänzen das Spielangebot für Kinder.

Im Osten befindet sich das Ballspielgelände entlang dem Neubau. Beschattet auf der langen Holzliege kann man die Spiele sowie der ganze Badi beobachten.

Die bestehende Terrasse mit Sonnenterrasse und Bäumen bleibt als Chill-out-Bereich erhalten, eine kleine provisorische Bar, ein Pizzaofen auf einem Motorrad, ein Eiswagen usw. bieten einen entspannten und informellen Raum, der bis zum Wasser reicht. Das neue Restaurant im Neubau erstreckt sich bis nahe ans Wasser und bietet dank seiner Krümmung einen weiten Panoramablick über die gesamte Badi. Die Holzpergola, die teilweise von Pflanzen bedeckt ist, bietet einen Sonnenschutz für diejenigen, die diese Option dem vollständig schattigen Bereich der Terrasse vorziehen.

 

Materialisierung Aussenräume, Bepflanzung

Die Materialien der Badi werden in die bestehenden integriert: In ausgewählten Bereichen der Badi werden Naturstein, Beton und Holz verwendet. Andererseits sind die Duschen, das Planschbecken und die Beschilderung des neuen Komplexes mit bunten Fliesen verziert.

Die Auswahl der Bäume soll die Vielfalt der vorhandenen Vegetation erweitern und mit den wechselnden Herbstfarben spielen. Grosse Bäume werden mit kleineren Bäumen kombiniert, die in Gruppen zusammengefasst werden und weite Freiräume lassen. Ulmus laevis (Flatterulme), Quercus rubra (Roteiche), Acer platanoides (Spitzahorn), Acer acmpestre (Feldahorn) und Tilia Cordata (Winterlinde) vervollständigen die Palette der Bäume.

 

Materialisierung Bauten

Die Aussenwände sind auch im Neubau über die Holverschalung strukturiert. Mit einer feingliedrigen Teilung in vertikale und horizontale Linien vermitteln die Bauten auch nach aussen eine Ferienstimmung. Bilder von Strandkörben, Strandhäuschen oder auch Bootshäuser, werden hervorgerufen. Von der Strasse zum See hin lässt sich die Fassade allmählich auf und erlaubt Ein- und Ausblicke und lässt im Winter den durchgehenden Seeweg zu. Im Inneren sind die Neubauten, dem Bestand ähnlich, von einer Pergolaschicht gesäumt. Diese Schicht bietet verschiedene Abstufungen von schattigen Aufenthaltsorten an. Eine Eigenschaft, die auch in der Nutzung bei kühlerem Wetter sehr wertvoll ist. 

 

Betriebskonzept, Nutzungskonzept

Um den Betrieb effizient und einladend weiterzuführen, bringt das heutige gastronomische Angebot bereits einige wertvolle Inputs. Zu der klassischen Selbstbedienung hinzu kommen saisonale, flexible und auch ortsunabhängige Angebote hinzu wie die Bar oder der Pizzawagen. Diese dezentrale Denkweise wird auf verschiedenen Ebenen für harmonische Erweiterung des Strandbads genutzt. Die Küche wird in den Neubau verlegt. Aber die Kochmöglichkeit im Bestand soll nicht ganz aufgegeben werden. Dass heutige Restaurant wird zum Klubhaus für den Schwimmklub umgebaut. Wenn eine Kochmöglichkeit erhalten bleibt, können diese Räumlichkeiten auch auswärtig vermietet oder bei Gelegenheit als Bar genutzt werden. Auch das Badmeisterbüro, die Familiengarderoben, die Lagermöglichkeiten werden über Neubau und Bestand so gesetzt, dass es einen Hauptstandort und eine «Dependence» der jeweiligen Nutzung gibt.

 

Medienmitteilung: www.stadtzug.ch